Conbericht zu Unus Vult II – Krawall im Kloster

Dieses Wochenende war ich als NSC auf der LARP-Veranstaltung Unus Vult II, ausgerichtet von Spielern des Ordens Rhodiens.

Die Anmeldung verlief zunächst vollkommen normal. Gemeinsam mit Freunden suchte ich ein Con aus, das zeitlich und geographisch gut liegt, nicht zu teuer ist und bei dem noch NSC-Plätze frei sind. Die Einladung zu Unus Vult II klang auch sehr interessant, also haben wir uns über das Onlineformular angemeldet.
Was ich nicht wusste, war, dass die Zahlen beim Larpkalender nicht mehr aktuell und die NSC-Plätze tatsächlich schon voll waren. Diese Information habe ich von Michael, einer SL, dann auch eine gute Woche später per E-Mail bekommen. Das hat die Vorfreude auf den Con dann natürlich deutlich getrübt. Ich stand auf einer Warteliste.

Wenige Tage vor der Veranstaltung konnte ich auf der Facebookseite lesen, dass jemand abgesagt hatte. Mit zwei Mails an Michael und seiner prompten Antworten sowie einigen Muffins als Bestechung hatte ich dann doch einen Bettplatz und konnte mich auf das Con freuen.

Als vorbildliche NSCs sind wir Freitag bereits relativ früh gegen 14 Uhr angereist. Es gab jedoch leider für uns nichts mehr zu tun, der Aufbau war abgeschlossen und so haben wir uns den Nachmittag einfach in der warmen Stube mit Gesprächen vertrieben. Nach und nach tröpfelten dann auch die ersten Spieler ein.

Was war die Freude groß, als die Spieler die Bettstätten gesehen haben. Ähnlich dem Dachboden einer Wanderhütte in Österreich verhielten sich die Schlafgelegenheiten im Naturfreundehaus Steinknickle. In den doch recht kleinen Räumchen lagen jeweils in bis zu 8er Grüppchen 50 Zentimeter breite Matratzen direkt nebeneinander. Sowohl breitere als auch längere Besucher machten so Bekanntschaft mit ihren Nachbarn oder aber dem Holz an Kopf- und Fußende. Die NSCs schliefen in zwei Räumen zu je 16 und 17 Personen, die Spieler in einigen kleinen Räumen (für jene, die Glück hatten) sowie im Großen Schlafsaal mit 30 Bettplätzen, bei dem allerdings je drei bis fünf Schlafplätze zusammen durch Holzverkleidungen abgetrennt waren.

Die Sanitäranlagen hingegen waren klasse. Auf jedem Stockwerk mit Ausnahme des Dachbodens befanden sich Toiletten, im Erdgeschoss einzeln absperrbare saubere Duschen mit Warmwasser.

Nach etwas Murren und dem Unterbringen des ganzen Krams der Spieler in einem extra Raum, später Waffenkammer getauft, ging es dann gegen 18 Uhr so richtig los. Es gab Abendessen.

Tatsächlich kann ich mich über das Essen wirklich nicht beschweren. Es gab jeweils mittags und abends etwas Warmes, zum Frühstück frische Brötchen. War das Essen leer, so wurde weiteres nachgekocht und bereitgestellt.

Die anschließende NSC-Besprechung fand in der Kapelle statt. Leider hatten wir keinen so richtig eigenen NSC-Raum, was später dann zu Gedränge im Schminkraum und zu vergessenen NSCs, weil sie in der Schenke saßen, führte.
In der Besprechung wurden wir dann, abgesehen von einigen wenigen Festrollen, auf Räuber, Untote und Seesoldaten aufgeteilt. Leider wurde nicht direkt ein Zeitpunkt für die nächste Besprechung für Samstag angesetzt, was Samstagmorgen dann zu Verzögerungen führte.

Ich bin also eine Seesoldatin. Gestatten, mein Name ist Aná! Wir begleiten diese interessante Gruppe an Gestalten sicher vom Hafen bis zum Kloster, dafür wurden wir angeheuert. Allerdings ist uns keineswegs wohl in unserer Haut. Uns fehlt der schwankende Boden eines Schiffes, der Geruch des Meeres und überhaupt – warum sollte man sich in einem dunklen Wald sicher fühlen?
Um die Reisegruppe, besonders die wichtigen Persönlichkeiten gut zu schützen, bilden wir die Nachhut. Oh man, auf was für Ideen unser Leutnant so kommt.

Wir reisen vollkommen ohne Vorkommnisse an, ganz im Gegensatz zur nachfolgenden kleineren Reisegruppe, die erst von Räubern aufgegriffen wurde und die dann nur knapp Untoten entkam.
Nach dieser Anreise waren die meisten NSC dann als Kultisten oder Untote unterwegs. Wir Seesoldaten waren teils mit draußen Wache halten, am späteren Abend dann auch drinnen in der Schenke und haben etwas Rum getrunken und der Glücksspiele gefrönt.
Es gab einige schöne Szenen, bei denen über die richtige Wacheinteilung mit den Seesoldaten diskutiert wurde, mein Charakter sich mit dem Leutnant angelegt hat oder aber wir einfach nur unseren Unmut über unsere Situation, in der angeblich Untote, Kultisten und ein Nekromant unterwegs seien, lauthals kund getan haben. Ich denke, wir haben durchaus ein wenig dafür gesorgt, dass den ebenfalls Wache haltenden Spielern nicht gar zu langweilig wurde.

Die witzigste Szene fing ganz harmlos an. Ich nahm die halbvolle Rumflasche des Leutnants, setzte an und “nahm” einen großen Schluck. Natürlich war die Flasche tatsächlich noch verschlossen. Und so machte die Flasche ihre Runde um den Tisch, bis ein Mädchen sich plötzlich mit Rum begießt.
Ihr Tischnachbar hatte einen richtigen Schluck genommen, die Flasche nicht wieder verschlossen und sie, in der Annahme, die Flasche sei verschlossen, hat sich schön mit dem Alkohol begossen. Herrlich!

Der Abend verging dann auch recht schnell, sodass wir unsere Runde auflösten.

“Leutnant, ich habe einen Bierkeller unter dem Kloster gefunden! Wir könnten dorthin umziehen, dann bekommen wir nicht immer nur dieses wässrige Gesöff hier. Dann frönen wir dem Leben, wie es echte Seesoldaten tun!”

Zu dieser späten Stunde haben wir NSC einigen Spielern dann eine besondere Freude gemacht. Sie hatten Alpträume.
In großer Runde standen wir als Kultisten mit schwarzer Kutte als Halbkreis in dem Raum, in dem die Spieler dann träumen würden. Ein NSC war als roter Sukkubus verkleidet und angemalt, ein Spielleiter übernahm mit einer etwas gewöhnungsbedürftigen Perücke die Rolle des “Lehrmeisters”.
Jeweils einzeln oder ein Zweiergrüppchen wurden einige Spieler hereingebracht und bekamen vom Lehrmeister entweder Rüffel oder aber ein Angebot, mit ihm einen Vertrag einzugehen. Wir Kultisten haben dabei einfach unverständliche Dinge gemurmelt und bei wichtigen Schlagworten diese wiederholt (so wie bspw. “der Lehrmeister”, “Macht!”, “Reichtum”, “Gold”), sodass eine wirklich schöne Atmosphäre entstand.

Spät in der Nacht bin ich dann auch endlich ins Bett gegangen. Schon viele der NSCs lagen in ihren Schlafsäcken, daher konnte ich das Licht im Raum nicht anmachen. Und natürlich hatte ich vergessen, meine Taschenlampe mit raus zu nehmen, sodass ich komplett im Dunkeln meinen Weg von der Tür zur hintersten Koje ertasten durfte. Der Weg war, theoretisch, komplett gerade, allerdings praktisch zugestellt mit Koffern und Taschen, die sonst nirgendwo Platz fanden. Bei dieser nächtlichen Kletterpartie habe ich mir auch meinen ersten aber auch einzigen blauen Fleck des Wochenendes zugezogen. Denn gemeinerweise konnte ich zwar einen Schritt über die Hindernisse im Dunklen machen, waren manche Hindernisse aber auch mehr als einen Schritt lang (oder es waren mehrere direkt hintereinander), sodass ich irgendwann orientierungslos mitten im Gang stand und, egal wohin ich mich wandte, auf etwas Weiches trat.
Nach einer gefühlten Ewigkeit und der Vorstellung, wie witzig meine Kletterei von jemandem von der Seite aus, dessen Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, wohl aussah, kam ich dann auch endlich zu meinem Schlafsack. Nie wieder vergesse ich meine Taschenlampe mitzunehmen!

“Guten Morgen!”, murmelt eine übernächtigte Seesoldatin Aná und hockt sich mit einem Tee an einen Tisch zu zwei Sturmbrechern. Ihr Kater ist ihr deutlich anzusehen und irgendetwas von “die anderen liegen noch im Keller, ich konnt’ sie nicht wachkrieg’n” murmelt sie vor sich hin. Die Feder an ihrem Hut, der sie als Seesoldatin ausweist, ist umgeknickt und sieht ebenso fertig aus wie die Seesoldatin, der sie gehört.

Nach und nach kamen weitere Spieler und NSCs in den Raum zum Frühstück. Ich hatte eine interessante, wenn auch kurze, Diskussion mit einem Sturmbrecher um seine/die Götter, sodass es zu folgender Situation kam.

“Endlich mal ein freundlicher Sturmbrecher!”, erwidert Aná freudig auf die Begrüßung Rodrigos. Der andere Sturmbrecher am Tisch guckt etwas mürrisch, die restlichen Personen am Tisch grinsen. “.. wenn er auch einen komischen Hut trägt.”, ergänzt Aná. Jetzt guckt auch Rodrigo kurz etwas mürrisch, besinnt sich jedoch auf seine gute Laune und setzt sich.

Auch die Seesoldaten fanden sich schließlich zusammen. Einer fehlte, der lag wohl noch besoffen im Keller. Bis zum Mittag fanden immer wieder kleinere Angriffe der Kultisten statt, bis es dann zu einem vorläufigen Höhepunkt kam. Der Nekromant tauchte mit einer größeren Gruppe Kultisten und Untoter vor dem Kloster auf.

“Meine Seesoldaten zu mir!”, rief der Leutnant und seine Seesoldaten eilten zu ihm. Ihnen war anzusehen, dass sie sich in der ersten Reihe etwas unwohl fühlten, doch Befehl war Befehl.
Der Nekromant, ein riesiger Mann mit bleichem Gesicht, dem die Bosheit ins Gesicht geschrieben ward, befahl seinen Angriff. Horden Untoter und fanatischer Kultisten stolperten auf das Kloster zu. Die Seesoldaten konnten diesem Ansturm kaum etwas entgegensetzen, schnell lagen sie verblutend am Boden hinter der Front.
Aná röchelte vor sich hin. Daran, ihr Leben fortsetzen zu können, glaubte sie kaum noch. Sie sah ihren Leutnant gut zehn Schritt entfernt über einen weiteren Seesoldaten gebeugt. Er sprach ein Totengebet für den Seesoldaten mit seinen eigenen letzten, angestrengten Atemzügen.
Doch nicht einmal diese Ruhe war ihnen vergönnt. Bevor sie ihn sah, konnte Aná bereits die böse Aura des Nekromanten spüren. Er schritt auf die beiden Seesoldaten in ihrem Blickfeld zu und begann eine unverständliche und doch schändliche Litanei – die nicht funktionierte. Er blickte etwas verwirrt, erkannte dann jedoch, dass die beiden Seesoldaten noch lebten. Brutal schnitt er in einem Sekundenbruchteil beiden die Kehle durch. Aná begann hysterisch zu lachen, denn was sie dann sah, blühte auch ihr. Ihre beiden Kollegen und Freunde erhoben sich wieder. Als Untote wandten sie sich dem Schlachtfeld zu und verschwanden schnell aus ihrem Blickfeld.
Immer hysterischer lachte sie, flehte und bettelte gleichzeitig um ihr Leben und versuchte wegzukriechen, doch der Nekromant trat erbarmungslos in ihr Blickfeld. Langsam hob sie ihren Kopf, um noch einen letzten Blick in das bösartige Gesicht zu werfen. Auch sie ermordete er mit einer schnellen, oft geübten Bewegung, um sie dann als seine Untote wiederauferstehen zu lassen.

Mit fahrigen, ungenauen Bewegungen, nur noch das Morden und Fressen ihr Denken bestimmend, wandte sich die ehemalige Seesoldatin Aná, nun eine blutrünstige Untote mit einem Seefahrerhut, dem Kampf zu.

Der Nekromant zog sich kurz darauf mit seinen Herrscharen wieder zurück in den Wald. Er hinterließ einige verwirrte Spieler, denn er hatte von ihnen “das, was sein ist” gefordert, ohne zu sagen, was genau er damit eigentlich meinte.

Ich hingegen wurde relativ schnell aus dem Kampf gezogen.

Die Untote Aná war keine gute Untote, wie auch die lebendige Aná nie eine wirklich gute Kämpferin gewesen war, sondern lieber mit dem Säbel gedroht und mit einer großen Klappe geglänzt hatte.
Einige Bekannte hatten Aná in den Horden des Nekromanten wiedererkannt, sie festgehalten und dann, gefesselt, ins Kloster gebracht. Sie wollten austreiben, was auch immer die liebenswürdige Aná besessen hatte, erblickten dann jedoch die riesige offen klaffende Wunde an der Kehle und versuchten nur noch, das Böse zu vertreiben.

Gefesselt, den Kiefer der Untoten in einem sicheren Klammergriff gehalten, kümmerte sich bald ein Priester um das Anliegen, auch wenn es einige verwirrte Gesichter in der Gaststube gegeben hatte, warum um Himmels Willen die Kämpfer eine Untote mit hereingebracht hatten.

Das Böse wurde aus Aná ausgetrieben, sodass nun nur noch eine Leiche zurückblieb. Etwas unschlüssig, was sie nun mit der Leiche anfangen sollten, warfen die Kämpfer die Leiche in die Büsche vor dem Kloster, um sie aus dem Weg zu haben.

Die Leiche sollte später beerdigt werden, nur hatten die Kämpfer später noch allerhand zu tun mit Angriffen durch Kultisten, Untote, dem Lösen von Rätseln und heraufbeschworenen Seuchen, sodass die Leiche schnell in den Büschen vergessen ward und vermutlich auch jetzt noch, wenn sich kein Dorfbewohner ihrer erbarmt hat, dort vor sich hinrottet.

Im folgenden Zeitraum griffen wir mit Kultisten und Untoten immer wieder das Kloster an. Für den Plot der Spieler waren bei diesen Angriffswellen stets ehemalige Klosterbrüder als Untote dabei, die sie dann ordentlich beerdigen mussten.
Als Kultistin bin ich vermutlich öfter gestorben als dass ich Treffer verteilt habe. Die Charaktere der Spieler waren extrem gut gerüstet und gute Kämpfer, sodass meine Kultisten, wären sie nicht so fanatisch, bereits beim Anblick der Kämpfer in Vollplatte mit langen Stangenwaffen und Schild vermutlich das Weite gesucht hätten.
Aber nun gut, lieber oft schön sterben als wenige schlechte Kämpfe. Die Kämpfe mit den Spielern waren durchweg gut. Die Schläge waren sicher geführt, stets abgebremst und ich habe keinen einzigen Kopftreffer bekommen.

In den Zeiten, in denen ich am Nachmittag und Abend nicht als Kultistin unterwegs war, spielte ich Sarah, eine unscheinbare Dorfbewohnerin, die im Kloster eine Anstellung als Küchengehilfin hatte. Mit diesem Charakter habe ich überraschend viel erlebt.

“Ich bin blind! Ich sehe nichts!”, schrie plötzlich Lady Iskierka. Auch andere stimmten ein, sprachen von plötzlicher Blindheit. In der Schankstube und dem anschließenden Altarraum herrschte ein riesiges Durcheinander. Sarah half einem erblindeten Krieger der Panther, den Weg in die Schankstube und aus dem Altarraum hinaus zu finden. Der Krieger ließ sich nicht gut führen, war er doch ziemlich orientierungslos, sodass Sarah alle Hände voll zu tun hatte, den Krieger an den Umstehenden vorbei zu lotsen und ihm die Peinlichkeit zu ersparen, in Lady Iskierka zu rempeln.

Alle Erblindeten wurden auf dem Balkon am Ende des Schankraums gesammelt. Sarah leistete dem Sturmbrecher Rodrigo auf einer Bank Gesellschaft. Auch der Sturmbrecher war von Blindheit geschlagen. Sein Begleiter ließ ihn alleine, sodass Sarah sich alle Mühe gab, dem Sturmbrecher beizustehen. Das war für sie nicht einfach, traute sie sich doch kaum, den Sturmbrecher anzusprechen.

Nach kurzer Zeit kamen die Priester zu den Erblindeten. Mit in Weihwasser getunkter Bleiseife half der Priester der Sturmbrecher seinen Kriegern. Wie wild rieb sich Rodrigo mit der Bleiseife über die Augen und murmelte immer wieder “Bleiseife hilft immer! Bleiseife ist für alles gut!“. Sarah gab auf die Bleiseife recht wenig und vermutete, dass das Weihwasser gegen die Hexerei half.

Langsam fand Rodrigo sein Augenlicht wieder. Er konnte schemenhaft etwas erkennen, hatte bereits wieder die ersten Späße auf Kosten seiner Begleiter auf den Lippen.

Doch bereits das nächste Unheil suchte die Anwesenden heim. Plötzlich randalierten einige Kämpfer. Sie schleuderten Stühle umher, zertrümmerten die Inneneinrichtung der Schänke und zerstörten Tonkrüge. Wie von Sinnen brüllten die Heimgesuchten, suchten Streit mit anderen und ließen sich nicht beruhigen.

Sarah fing den hilflosen und verwirrten Blick Rodrigos ein und konnte nur ebenso verwirrt zurückblicken.

In den kommenden Minuten tat sie das einzig Sinnvolle, das ihr einfiel. Sie drückte sich gegen Wände, versteckte sich hinter Tischen und machte sich so unsichtbar wie nur möglich.

Nachdem die Spieler den Plot um die Mönche und ein Puzzle gelöst hatten, stand des Abends im Dunkeln die Endschlacht an. Sämtliche NSCs griffen als Untote, Kultisten bzw. Nekromant das Kloster an.
Der Kniff bei dieser Endschlacht war, dass die Spieler den Plot um die Mönche gelöst hatten und damit während der Schlacht ein Engel erscheinen würde, bei dessen Gegenwart alle Untote zu Staub zerfielen und sich Kultisten bei einem einzigen Schlag im Schlamm wiederfanden. Die restlichen Horden des Nekromanten, der von “unfairem Spiel!” schrie, waren von den Spielern alsbald schnell vertrieben.

Doch so richtige Feierstimmung wollte nicht aufkommen, denn der Nekromant war mit seiner Armee zwar besiegt, doch er selbst erfolgreich geflohen, sodass das Übel nicht auf Dauer gebannt war.

Nach und nach fanden sich die Kämpfer in der Gaststube ein. Einen weiteren Angriff durch den Nekromanten erwarteten sie nicht, doch Wachen hatten sie trotzdem aufgestellt.
Sarah, die sich nach den gewalttätigen Besessenen im Schankraum nun doch wieder aus der Küche gewagt hatte, beobachtete interessiert, wie zwei Kupferne von Heilern wieder zusammengenäht wurden. Der eine hatte eine üble Bauchwunde, von den Verletzungen an Schulter und Bein ganz zu schweigen, der andere, eben weil er seinem Kumpanen bei dessen Bauchoperation beigestanden hatte, eine zertrümmerte Hand. Die beiden Heilerinnen machten Sarah bereitwillig Platz, sodass sie einen guten Blick auf die offene Handwunde des Kupfernen hatte und mitbekam, wie Knochen gerichtet, Haut zusammengenäht und die Hand verbunden wurde.
Die Gesichter der Kupfernen hatte sich dem Weiß ihrer Wappenröcke angeglichen, doch Sarah war bei diesen schweren Verletzungen, die die Kupfernen sich durch die Verteidigung des Klosters und damit auch ihres Lebens zugezogen hatten, nicht nach Scherzen zumute.

Am Abend haben sich dann die meisten NSC sowie SL intime gekleidet und zu den Spielern in den Schankraum gesellt. Dadurch erschienen dann noch drei hochrangige Persönlichkeiten, jedoch, wie es sich für hochrangige Persönlichkeiten gehört, natürlich zu spät und nachdem der Konflikt durchgestanden ist.

“Ich könnte Euch die Karten legen.”, bot Sarah einer edel gekleideten Dame an. Diese wirkte interessiert und so begann Sarah die Karten, so wie sie es von ihrer Mutter gelernt hatte, zu legen. Sie hielt sich dabei möglichst wage, versuchte einen möglichen Konflikt zwischen den Sturmbrechern und Kupfernen in die Karten zu interpretieren, sodass die Dame von ihr Aussagen wie “In eurer Vergangenheit hattet ihr viele Konflikte”, “Ein Konflikt zweier Parteien ist noch ungelöst” und “Ihr steht zwischen den Fronten und habt Euch noch nicht entschieden, auf welcher Seite Ihr steht” zu hören bekam.

Die Damen am Tisch waren ganz entzückt von Sarahs Weissagungen, sodass Sarah einige Kupfermünzen verdiente und noch weiteren drei Damen die Karten legte.

Ja, das Karten legen hat Spaß gemacht. Ich habe die Karten das erste Mal auf einem Con eingesetzt und würde sagen, dass sowohl die Karten als auch die leichtgläubigen Charaktere sehr gut gepasst haben.

“Lasst uns wippen gehen!”, sprach Lady Iskierka und blickte in die Runde. Sarah war sich nicht ganz klar, wie sie in diese Runde gekommen war, hatte alles doch so harmlos mit dem Legen von Karten für zwei Ladys begonnen. Einer Lady widersprach man nicht, also nickte sie und versuchte sich in einem unverkrampften Lächeln.

Im Laufe des Abends hatte ich noch einige sehr nette Gespräche, sowohl IT als auch OT. Der Weg zu meiner Schlafstätte gestaltete sich dank vor der Tür gebunkerter Taschenlampe in dieser Nacht auch deutlich einfacher.

So ging ein tolles Wochenende zu Ende. Der Sonntagmorgen war von Zusammenpacken, Frühstücken, Verabschieden und Winken geprägt. Auch eine nette Mitfahrgelegenheit, die uns beim Heilbronner Bahnhof absetzen konnte, haben wir gefunden.

Fazit

Ich bin mit mir selbst eigentlich sehr zufrieden. Bei den Kämpfen gibt es einige Situationen, die ich gerne noch besser oder anders machen würde. Ich bin froh, die Seesoldatin mit Leben erfüllt zu haben und stolz darauf, wie vorgenommen meine Freizeit als NSC mit IT-Zeit gefüllt zu haben und nicht zuviel Zeit OT gewesen zu sein.

Mit den SLs und der Orga bin ich sehr zufrieden. Der Kontakt per Mail funktionierte problemlos und vor Ort hatten wir eigentlich immer jemanden, den wir ansprechen konnten.
Einzig die NSC-Besprechungen könnte man noch etwas besser planen, Zeiten und Orte bekannt machen und etwas mehr Rollen bereithalten, sodass nicht ein ganzer Tag quasi nur aus Kultist-sein-und-angreifen besteht (auch wenn ich mir sicher bin, dass da jeder NSC seine eigenen Vorlieben hat. Ich mag lieber Ambiente- als reine Kampfrollen).
Die Location war gewöhnungsbedürftig. Die Betten fand ich zwar schmal, aber bequem, allerdings ist fehlender Stauraum gerade beim LARP sehr problematisch. Kritisch fand ich auch, dass es nur einen Eingang gab, sodass bei einigen Kämpfen der Eingang schlicht verstopft war.

Über die Spieler kann ich nur Gutes schreiben. Ich bin mit dem Verhalten der Spieler bei den Kämpfen sehr zufrieden. Das Spiel in ruhigen Minuten war auch sehr schön und auch unwichtige NSC-Charaktere, die nicht “plotrelevant” waren, wurden ernstgenommen und in ihr Spiel eingebunden.

Insgesamt bin ich also sehr zufrieden und hoffe, bei Unus Vult III dabei sein zu können, egal ob als NSC oder SC!

2 Thoughts on “Conbericht zu Unus Vult II – Krawall im Kloster

  1. Nicole on 8. Oktober 2013 at 16:10 said:

    Liebe Janina,
    vielen lieben Dank, dass du uns den Morgen so wunderbar versüßt hast. Deine Debatten mit Alvarin waren herrlich. Die Dreistigkeit, mit der Ana sich dann umdrehte und den verdatterten Rodrigo dazu nutzte, Alvarin zu ärgern, herrlich!
    Generell hatte ich sehr viel Spaß an den Seesoldaten und war traurig, als es hieß, dass diese verstorben seien.
    Ganz toll war auch das Kartenlegen. Es tut mir leid, dass wir uns nicht zusammenreißen konnten und ot in Gelächter ausgebrochen sind, es war einfach ZU passend.

    Vielen Dank für deinen herrliches, herzlichen NSC-Einsatz. Ich hatte sehr viel Freude an dir und freue mich aufs nächste Mal.

  2. Janina on 8. Oktober 2013 at 21:52 said:

    Hallo Nicole,

    vielen Dank für das Lob. Es freut mich, dass Aná einen doch so positiven Eindruck hinterlassen hat.
    Dass das mit dem Kartenlegen so gut geklappt hat, freut mich umso mehr. Eure Gesichter waren wirklich herrlich!

    Bis vielleicht bald, Janina

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