Conbericht zu Mythenreise 1 – Chatoyance

Vom 21. bis 23. Februar fand das Con “Mythenreise 1 – Chatoyance” in einer Burg bei Trippstadt statt. Das Con war der erste Con der Zwielichtweber-Orga und womöglich Auftakt einer Reihe.

Mit 27 Spieler- und 7 GSC-Plätzen handelte es sich um ein eher kleines Con. Es gab drei größere Spielergruppen (Magier, Feen und Landsknechte) sowie einige Einzelpersonen, die aber auch guten Anschluss gefunden haben. Insgesamt war das Con von intensivem Spiel und einer familiären Atmosphäre geprägt.

Ich habe als GSC teilgenommen und mit Anne, der Hauptorga, vor dem Con per E-Mail ausgemacht, was für eine Rolle ich spielen würde. Dabei eingeflossen sind meine Wünsche, Ideen, Fähigkeiten, Ausstattung und Annes Ideen. Am Ende kam dabei Editha raus, das Mädchen-für-alles, das gerade ein rotes Samtkleid der Baronin anprobiert hatte, als es verstarb.

Donnerstag – Anreise für GSCs

Wir GSC sind alle bereits am Donnerstagabend angereist, um in Ruhe in den Plot und Hintergrund eingewiesen werden zu können. Wir haben uns bereits am Donnerstag gut kennen gelernt und hatten viel Spaß. Die Stimmung unter den GSCs stimmte.

Uns wurden der Hintergrund der Burg sowie unsere Funktionen dort (sei es Magd, Priester, Diener, Baronin, ..) und im Einzelgespräch unsere eigene Rolle und etwaige Aufgaben erklärt. Editha beispielsweise war mit einem Nähkästchen “erwacht”, das sie nicht loswurde und hatte den starken Drang, ein Lavendellsäckchen zu nähen, zu befüllen und bei den Kleidern der Baronin zu deponieren. Diese Aufgabe konnte sie, da sie nicht stofflich war, nur mit Hilfe der Spieler lösen.
Desweiteren war Editha “erkältet”. Mit dieser Krankheit sollte sie am Samstag noch Personen anstecken.

Wir wussten also nun um den Hintergrund und unsere eigenen Aufgaben und was uns antreibt, jedoch nicht, wie genau wir gestorben waren, warum, durch wen, warum das Schloss so war, wie es war und warum die Spieler auftauchen würden. Sprich, wir hatten genug Motivation erhalten, um gut ins Spiel zu finden, aber auch genügend offene Fragen, um uns selbst Antworten suchen zu müssen.

Freitag – Der Beginn

Nach Staus und Wegfindungsproblemen waren dann auch die letzten Spieler angereist und es konnte pünktlich losgehen. Das Abendessen würde In-Time statt finden.

Wir Geister waren am Anfang noch konturlose Schatten und damit unsichtbar für alle außer den Feen. Bei Ankunft der Helden sorgten wir also für die Stimmung eines typischen Geisterschlosses: Türen gingen von alleine auf und zu, Kerzen gingen aus, Becher verschoben sich, Löffel verschwanden, warmes Essen aus unbekannter Herkunft stand auf der Feuerstelle.

Der Landsknecht legte sich einen Löffel bereit und machte sich eine Kelle Suppe in seine Schüssel. Der Löffel währenddessen verschob sich. Er war sich ganz sicher. Er nahm den Löffel in die Hand, woraufhin dieser aus seiner Hand verschwand und wieder an der gleichen Stelle auf dem Tisch erschien.
Verwirrt rief er nach seinem Freund. “Kalle, hast du das gesehen? Der Löffel hat sich von alleine bewegt!” Gespannt starrten nun vier Augenpaare auf den Löffel. Und nichts passierte.

Nachdem die Magier, Landsknechte, Feen, der Zwerg und eine Schneiderin endlich angekommen waren und den Kampf gegen die Kerzen, die immer wieder aus gingen, vorerst gewonnen hatten, erkundeten sie die Burg.
Sie fanden eine recht kleine Burg vor, alte Teile der Burg waren bereits verfallen oder gar gänzlich verschwunden. Im Erdgeschoss befanden sich Küche und Speisesaal, in der ersten wie auch zweiten Etage kleinere Schlafräume.

“Wir tun euch doch nichts, wir wollen euch nur helfen. Wie könne wir euch helfen? Was fehlt euch?”, versuchte ein Magier, die polternden Geister zu beruhigen, doch außer ausgehenden Kerzen bekam er keine Reaktion.

Sobald sich die Spieler mehr mit den Geistern beschäftigten, wurden diese immer gefestigter. Zwar konnten die meisten Spieler sie immer noch nicht sehen, doch immerhin die Elfen, Feen und zwei Magier erblickten nun mehr als nur Konturen. Sie konnten die Geister in ihren ursprünglichen Gestalten, in denen diese gestorben waren, wahrnehmen.

An diesem Abend wurde den ersten Geschichten der Geister gelauscht, auch wenn diese teils noch sehr verwirrt vom Auftauchen der Fremden in ihrer Burg waren. Auch gingen die Geister immer wieder in Zimmer, die für die Gäste nicht mehr existierten und sprachen dann vom großen Weinkeller, der Bibliothek und dem Kaminzimmer.

Samstag

“Ich bringe Euch zur Bibliothekarin, wenn Ihr mir helft, dieses Säckchen fertig zu nähen“, schloss Editha einen Handel mit dem Feenkrieger. Und tatsächlich, sie konnte ihn schnell zur Bibliothekarin bringen, sodass es nun an ihm ward, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Wir Geister hatten alle eine Aufgabe. Genauer gesagt hatten wir alle den Drang, irgendetwas besonders Wichtiges ganz dringend zu erledigen. Bei Editha war das das Fertigstellen eines Duftsäckchens, bei anderen das Loswerden von Münzen.

Interessant wurde es, als ein Dolch, von irgendetwas dunklem Bösartigen, jedoch nur fühl- und nicht sichtbaren auftauchte und scheinbar wahllos Leute bedrohte. Und dieser Dolch schien stärker zu werden, nachdem Edithas Aufgabe erledigt ward.

Um irgendwie dem Dolch Herr zu werden, kamen die Helden schließlich auf die Idee, eine Paste herzustellen, die schützende Wirkung vor der Beeinflussung des Dolches besaß, der immer wieder Helden dazu brachte, ihn in die Hand zu nehmen oder aggressiv zu werden.

Dumm nur, dass diese Paste nur für eine Person für eine halbe Stunde angewendet werden konnte und weitere Rosen zur Herstellung nicht mehr auffindbar waren. Und dass einer der Helden sich vom Dolch beeinflussen ließ, diesen versteckte und, obwohl in die Enge getrieben, der Dolch doch wieder entwischen konnte und die Paste damit hinfällig wurde.

Die Landsknechte jedoch hatten den rettenden Einfall.

“Lasst uns eine Hexe verbrennen! Draußen, auf dem Burghof!“, rief einer der Landsknechte.

Nach und nach fanden sich immer mehr Gäste wie Geister auf dem Burghof ein. In der Mitte des Hofes war ein großes Scheiterfeuer aufgebaut, auf dem ein Kreuz mit einer Hexe stand. Das Feuer wurde entzündet und der Erzmagier hatte von den Landsknechten die Ehre erhalten, zum Zeitpunkt des Entzündens den hölzernen Besen der Hexe zu zertreten, sodass diese nicht fliehen konnte.

Das Schauspiel war beeindruckend. Die Hexe brannte lichterloh, Funken sprühten aus ihren Armen, Beinen und dem Kopf.

Nachdem die Hexe verbrannt war, holten die Landsknechte Marshmallows und Stöcke für alle hervor und in lustiger Runde standen wir um das Feuer herum und genossen den Abend.

Während draußen die Landsknechte eine Hexenverbrennung veranstalteten, kümmerten sich drinnen Magier und Feen darum, das Böse in der Burg einzufangen.

In einem Bannkreis gelang es ihnen schließlich, die Wesenheit zu fangen und Forderungen zu stellen. Frühestens in 1000 Jahren sollte die Burg wieder in der ihren Dimension auftauchen, alle Gäste sollten zum rechten Zeitpunkt am Ort ihres Eintritts in die Burg wieder zurückkehren und den Geistern solle es frei gestellt werden, dass sie die Burg verließen und damit vergingen.

Was haben sich die Magier die Zungen verknotet, den Vertrag mit der Wesenheit möglichst genau und richtig zu formulieren, auf dass diese keine Schlupflöcher fand.

Durch diesen Bannkreis haben die Spieler den Plot letztlich doch noch „gelöst“, auch wenn eine Lösung in dem Sinne nicht nötig gewesen wäre, weil die Orga den Plot so gestaltet hatte, dass die Spieler einfach offen agieren konnten und ihn hätten so oder so lösen oder weiterführen können.

Einige der Helden reisten sodann ab und tauchten mit anderen, sogenannten Tavernencharakteren, wieder auf. In dieser OT-IT-Mischung hatte ich dann auch noch ein wenig gutes Spiel mit ein paar russischen Charakteren (ehemals den Magiern), habe Gitarrenspiel gelauscht, Flöte gespielt, getanzt, gelacht und den Abend genossen.

Sonntag

Am Sonntag hieß es dann wieder abzureisen. Netterweise wurde ich von einem Spieler aus der Gegend mitgenommen, sodass ich nicht erst mit Gepäck zur Bushaltestelle und dann mit Bus nach hause fahren musste.

Fazit

Der Con hat gehalten, was er versprochen hat. Es gab keine Kämpfe (vom fliegenden Dolch abgesehen), sondern stattdessen viele Rätsel. Wer Rätsel mag, ist also bei dieser Orga mehr als richtig.

Alle Rätsel konnten auch ohne Magie gelöst werden. Dass derart viele Magier anwesend waren, war Zufall. Trotzdem hatten auch die nichtmagischen Charaktere ihren Anteil an den Lösungen und, soweit ich das beurteilen konnte, Spaß.

Ich persönlich fand es sehr angenehm, als NSC bzw. GSC mitspielen zu können. Auch wir GSC hatten unseren Anteil an Rätseln, die wir nicht kannten und lösen konnten, wollten, mussten. Die Betreuung war gut, das Essen toll, die Unterkunft top.

Genau so sieht für mich einfach ein normaler, guter Con aus. Weiter so!

One Thought on “Conbericht zu Mythenreise 1 – Chatoyance

  1. Trullock Rosso on 12. März 2014 at 12:09 said:

    Hallo,
    Auch mir als einzelner Magier hat das Con mächtig Spaß gemacht. – Endlich mal wieder ein Con wie ich es liebe: Sehr viele Rätsel, jeder kann was dazu beitagen, die Rätsel sind ohne Magie lösbar – ein wenig Nachdenken und sich damit beschäftigen reicht, jemanden was beibrigen können, sehr schön gespielte Charaktere bei den anderen SC´s und den GSC´s, und zu guter Letzt ein Abschluss mit schönen, melodischen Liedern (und nicht den lauten, schiefen Tavernenklamauk).

    Fazit: Mehr davon, bitte bald. Ich bin beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder mit dabei – wenn es von der Zeit her klappt.

    Gruß
    Trullock Rosso (Magier in grün)

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